Chronische Schmerzen - Was tun? eBook-Ratgeber

Chronische Schmerzen - Was tun?

Qual ohne absehbares Ende? Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen!
Was tun bei chronischen Schmerzen

Was versteht man unter chronischen Schmerzen?

Ist unser Körper verletzt, teilt es uns das akut, also sofort und unmittelbar mit, indem er uns Schmerzen empfinden lässt. Das macht er, wenn z. B. eine Überlastung oder Gewebeverletzung vorliegt. Er erfüllt damit eine lebenswichtige Warnfunktion. Man spricht dann von akutem Schmerz.

Besteht dieser aber länger als drei Monate, zeichnet sich eine Chronifizierung ab. Es erfolgt ein Übergang von einem vorübergehenden zu einem dauerhaften Schmerzempfinden. Der Schmerz verliert damit seine Eigenschaft als Warnhinweis und bekommt einen eigenen Krankheitswert.  Die Erfahrung ständiger nicht kontrollierbarer Schmerzen, führt zu zahlreichen Veränderungen im Denken, Fühlen und Verhalten der Schmerzpatienten.

Der Betroffene wird davon stark belastet. Wenn Sie dauerhaft unter Schmerzen leiden, dann muss Ihnen bewusst sein, dass sich mit der fortschreitenden Dauer gleichzeitig die Behandlungsmöglichkeiten reduzieren.

Wenn der Schmerz zum vorherrschenden Symptom wird und den Alltag bestimmt!


Akute oder chronische Schmerzen?

Schätzungen zufolge leiden mehr als vier Millionen Deutsche an chronischen Schmerzen. Für die Betroffene spielt die Einteilung in akute und chronische Schmerzen zunächst eine untergeordnete Rolle. Es geht erst mal darum, den Schmerz loszuwerden. Die adäquate Behandlung ist daher von großer Bedeutung für das Wohlbefinden des Patienten und den weiteren Krankheitsverlauf. In diesem Zusammenhang hat sich der Begriff des Schmerzmanagements entwickelt. Als Patient sollten Sie bei der Wahl einer Klinik darauf achten, dass ein solches bereits etabliert ist. Hier ist davon auszugehen, dass die Schmerzen rasch und gezielt abgeklärt und behandelt werden.  Klingen Schmerzen nicht ab, tendiert der Körper oft zu einer Erniedrigung der Schmerzschwelle. Körperliche Aktivitäten werden in der Folge ebenso vermieden wie soziale Kontakte.

Kennen Sie die aktuellen Leitlinien im Gesundheitswesen?
Medizinische Leitlinien geben Empfehlungen, wie eine Erkrankung festgestellt und behandelt werden sollte. Sie richten sich vor allem an Ärztinnen und Ärzte, aber auch an Pflegekräfte und andere Fachleute im Gesundheitswesen. Eine gute Leitlinie ist auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, und ihre Empfehlungen lassen sich im medizinischen Alltag umsetzen. Sie werden in vier Klassen eingeteilt und die höchste ist eine S3-Leitlinie. Gut zu wissen ist aber, dass sämtliche Leitlinien für Ärzte rechtlich nicht bindend sind. Sie haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung. Was im juristischen Sinne den ärztlichen Standard in der konkreten Behandlung eines Patienten darstellt oder einen Behandlungsfehler, kann nur im Einzelfall entschieden werden.

"Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen"
Diese S3-Leitlinie stellt fest, dass die Schmerztherapie nicht nur zu verbessern, sondern dass sie nach wie vor unzureichend ist. In diesem Zusammenhang wird von einer eklatanten Unter- und Fehlversorgungssituation gesprochen. Eine individuell auf den Patienten abgestimmte Schmerztherapie gilt als eine wesentliche Voraussetzung für eine rasche Genesung und kann Gesundheitsrisiken nach operativen Eingriffen reduzieren. Sie ist aber auch die Grundlage für die Vermeidung von Spätschäden.

Schmerz ist keine notwendige Begleiterscheinung von medizinischen Maßnahmen!

Die Zeiten, in welchen Patienten nach Operationen starke Schmerzen ertragen müssen, sollten eigentlich vorbei sein. Vielleicht haben Sie nach einer OP auch im Krankenbett gelegen und sehnsüchtig auf die Uhr geschaut, nur um festzustellen, dass die nächste Schmerzmittelgabe noch in weiter ferne liegt. Was bleibt, ist der Schmerz. Dabei sollten den meisten medizinischen Beteiligten klar sein, dass Schmerzfreiheit mit einer höhere Behandlungsqualität sowie einer kürzeren Behandlungsdauer und damit einer Kostenersparnis verbunden ist.

Teufelskreis Schmerzmittel!

Entzündungsbedingter Schmerz wird anders ausgelöst als Nervenschmerzen und eine Migräne basiert auf anderen Prozessen als Kreuzschmerzen. Schmerz hat für Betroffene eine hohe Bedeutung und sie bewerten den Erfolg einer medizinischen Maßnahme, ob dieser beseitigt wurde. Grundlage für die effektive Behandlung ist das Wissen um Schmerzentstehung, Schmerzverarbeitung und Schmerzchronifizierung. Das ist eine primär ärztliche Aufgabe.

Zielsetzung: Reduktion von Schmerzmitteln auf das mögliche Minimum!
Finger weg von Selbstdiagnosen und einer Selbstmedikation mit nicht rezeptpflichtigen Schmerzmitteln, die auch noch über längere Zeiträume eingenommen werden. Der Ratgeber beschäftigt sich mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um einige bei der Schmerztherapie verwendeten Medikamente. Er beinhaltet keine Empfehlung zu Einnahme oder Dosierung. Das ist und bleibt Aufgabe der behandelnden Ärzte.

Die enthaltenen Informationen helfen Ihnen aber zu verstehen, was bei einer entsprechenden Gabe passiert und ob vermeidbare Risiken bestehen.

Medikamente Schmerzmittel

Chronische Schmerzen
Glück ist die Abwesenheit von Schmerz!

Akute und chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen erkennen und behandeln!

Während akute Schmerzen ein dringendes Signal sind, um schnell einen Arzt oder Zahnarzt aufzusuchen, ist es bei einer vorliegenden Chronifizierung deutlich komplizierter. Der Schmerz bestimmt den Alltag. Man lebt mehr schlecht als recht mit den Schmerzen und quält sich durch den Tag und vielfach auch noch durch die Nacht. Betroffene entwickeln daraus ein Schmerzverhalten, dass sich oft gar nichts mehr auf die tatsächlichen Beschwerden bezieht. Der Schmerz selbst ist zur Krankheit geworden.

Teufelskreis Schmerzgedächtnis! 
Wird ein Nerv dauerhaft gereizt, kann es zu einem Lerneffekt kommen. Die ständige Reizung steigert die Erregungsfähigkeit, sodass der Schmerz selbst bei immer leichteren Reizen ausgelöst wird. Das führt zu einer weiteren Steigerung der Empfindlichkeit. Es entwickelt sich ein Teufelskreis, der schließlich zu einer massiven Überempfindlichkeit führen kann. Hat sich ein Schmerzgedächtnis erst eingeprägt, können schon geringste Reize Schmerzen auslösen. Diese werden sogar dann noch empfunden, wenn deren eigentliche Ursache bereits ausgeschaltet ist.

Adäquater Umgang mit Schmerzen!
Die Inhalte des eBook-Ratgebers orientieren sich an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anforderungen an eine praxisgerechte multimodale und interdisziplinäre Schmerztherapie. Der Ratgeber hat das Ziel, verschiedene Schmerzsituationen möglichst leicht verständlich zu erläutern. Übergeordnetes Ziel ist es, durch die Informationen das Gesundheitsverhalten zu stärken. Betroffene soll es in die Lage versetzen zu erkennen über schmerzreduzierende Strategien bestimmte Krankheitsverhaltensweisen gelöscht werden können.


Schmerzmedizinische Zustandsgutachten können Ihr weiteres Leben stark beeinflussen!

Begutachtungen chronischer Schmerzen haben aufgrund der oft komplizierten, widersprüchlichen Befundlage einen erhöhten Zeit- und Bewertungsaufwand. Sie sollen Aussagen, welche Diagnosen sich zweifelsfrei (Vollbeweis) nachweisen lassen. Ebenso welche Funktionsbeeinträchtigungen meist länger als 6 Monate bestehen und welche Prognose für die weitere Entwicklung gemacht werden kann. Für Sie von Bedeutung ist die Beurteilung, wenn schmerzbedingte Einschränkungen der beruflichen Leistungsfähigkeit vorliegen. Das kann sich unter anderem auf die gesetzliche Rentenversicherung, die private Berufsunfähigkeitsversicherung, die Beamtenversorgung sowie die berufsständischen Versorgungswerke auswirken.

Die Faktoren, die ein Schmerzempfinden auslösen können, werden dabei in folgende Bereiche unterteilt:

  • Übliche Schmerzen, die durch eine Gewebeschädigung (Läsion) bedingt sind, z. B. bei vorliegender Arthrose oder Nervenreizungen. Fachleute sprechen von nozizeptiven, viszeralen und neuropathischen Schmerzen.
  • Außergewöhnliche Schmerzen zu denen auch der Stumpf- und Phantomschmerz gehören, z. B. Kausalgie, ein durch Nervenverletzung hervorgerufener brennender Schmerz.
  • Schmerzen bei Gewebeschädigung mit psychischer Komorbidität, d. h. das zusätzlich zu einer Grunderkrankung auch psychische Faktoren (Angststörungen, Suchterkrankungen, Depression, etc.) eine Rolle spielen. Es kommt hier zu psychischen Fehlbearbeitungen bzw. misslungene Anpassungen an eine Läsion.
  • Schmerzen als Leitsymptom einer primär psychischen Erkrankung, wie z. B. posttraumatische Belastungstörungen.

Einschätzung der beruflichen Leistungsfähigkeit durch einen Gutachter.

Sollten Sie unter chronischen Schmerzen leiden, kann ein Bewertungsgutachten irgendwann erforderlich sein. Der Gutachter hat dann die Aufgabe zu beurteilen, ob aus seiner Sicht die geklagten Einschränkungen tatsächlich bestehen. Das bezeichnet man als Beschwerdenvalidierung. Steht das fest, kommt es zu einem zweiten Schritt. Hier soll das Gutachten klären, ob die Beschwerden zur Durchsetzung der Wünsche oder als Vermeidungshandlung des Betroffenen genutzt werden. Das kann das Suchen nach Zuwendung oder die Entlastung von unangenehmen Pflichten sein. Agiert der Schmerzpatient gegenüber Dritten willentlich, kann dieser sogenannte sekundäre Krankheitsgewinn überwunden werden. Ist das nicht möglich, liegt eine Schmerzkrankheit vor.  Den Grundsatz im Zweifel für den Kranken bzw. Antrags- oder Anspruchsteller gibt es hier nicht. Je nach Gutachten kann es für Sie in einem Rechtsstreit unter Umständen zu einer Ablehnung des Renten- oder Entschädigungsantrags nach einem Unfall kommen. Kommt es zu einer Klage bei der es um die Einschränkungen der Leistungsfähigkeit geht, kommen folgende Schlussfolgerungen das Ergebnis sein:

  • Die Einschränkungen bestehen und können weder willentlich noch durch Therapie überwunden werden.
  • Es besteht die Überzeugung, dass die Einschränkungen vorliegen, diese aber durch Therapie in absehbarer Zeit und in wesentlichem Umfang überwunden werden können.
  • Es besteht die Überzeugung, dass die geklagten Einschränkungen der Leistungsfähigkeit vorliegen, diese aber willentlich in wesentlichem Umfang überwunden werden könnten.
  • Es besteht nicht die Überzeugung, dass die Einschränkungen der Leistungsfähigkeit in der geklagten Form bestehen.

Die Beurteilung ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit kann in Fragen der Gesetzliche Rentenversicherung, Private Berufsunfähigkeitversicherung, Versorgungswerke, im Beamtenrecht und im Schwerbehindertenrecht eine gewichtige Rolle spielen.


Haben Sie Fragen oder eine dringende Anregung?

Der chronische Schmerz ist eine eigenständige Erkrankung und beeinflusst nicht nur den Betroffenen sondern sein gesamtes Umfeld. In manchen Fällen ist er weder sicht- noch beweisbar. Oft lassen sich nicht eindeutig zuordnen, sondern liegen als Mischformen verschiedener Schmerzvarianten gleichzeitig in unterschiedlichen Ausprägungen vor.

Da sich gesunde Menschen kaum in die Lage des Schmerzpatienten hineinversetzen können sind entsprechende Informationen notwendig um gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Die im eBook-Ratgeber enthaltenen Informationen für Betroffene und Angehörige sowie das nähere Umfeld sind wichtig, denn diese können mit ihrem Verhalten schmerzlindernd wirken.

Der eBook-Ratgeber fasst die aktuellen Informationen rund um die Erkrankung zusammen und hat das Ziel, umsetzbare Schlüsselempfehlungen zu geben. Auch kontrovers diskutierte Therapien werden unter Berücksichtigung der verfügbaren Literatur transparent dargestellt.

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Dem Schmerz ist es völlig egal, ob man Indianer ist.

Diese Seite ursprünglich veröffentlicht am 31. August 2020 wurde zuletzt aktualisiert am: Montag, 22. Februar 2021